Industrie 4.0

Wenn Hightech die Werkstatt erobert

Von Tobias Lemser · 2019

Um auch künftig wettbewerbsfähig zu sein, setzen immer mehr Schweizer Unternehmen auf Industrie 4.0. Welche Rolle sie heute bereits spielt, hat eine Studie herausgefunden.

Computergesteuerte Drehmaschinen, 3D-Drucker und Lasercutter statt Säge, Hammer und Feile. Von Mitarbeitenden ist kaum etwas zu sehen. Wer sich in so manchem metallverarbeitenden Betrieb umsieht, befindet sich bereits mitten im Zeitalter von Industrie 4.0. Sukzessive fräst sie sich durch das produzierende Gewerbe und hat längst noch kein Ende gefunden – ein Begriff, der für die vierte industrielle Revolution steht. Heisst: Nach Mechanisierung, Elektrifizierung und Automatisierung folgen nun Digitalisierung und Vernetzung. Entgegen vorheriger Erneuerungen steht bei Indus­trie 4.0 nicht die einzelne Technologie, sondern die Kombination aus verschiedenen Methoden und digitalen Innovationen im Fokus.

Konzept mit Zukunft

Welchen Stellenwert Industrie 4.0 für die Unternehmen hat, zeigt eine im Jahr 2018 publizierte Studie des Beratungsunternehmens EY unter mehr als 650 Firmen in der Schweiz und in Deutschland. Demnach sind in der Schweiz 46 Prozent der befragten Unternehmen vom Potenzial einer digitalisierten Industrie überzeugt, in Deutschland dagegen nur 41 Prozent. Wie die Untersuchung ausserdem herausfand, wollen die Schweizer Unternehmen auch weiter in Industrie 4.0 investieren. Derzeit stecken sie durchschnittlich 4,9 Prozent des jeweiligen Jahresumsatzes in Industrie 4.0, so etwa in die Mitarbeitenden, aber auch in Softwaresysteme und -konzepte.
Oberstes Ziel: die Produktionsabläufe zu optimieren. Da während der Bearbeitung alle relevanten Daten im digitalen Lebenslauf gespeichert werden, ist auch später jede Herstellungsstufe einzeln nachvollziehbar. Neben der Qualität erhöht sich zudem die Diversität der Produkte um ein Vielfaches. Ganz abgesehen von den verkürzten Zeiträumen – von der Entwicklung bis zur Produktion – und den sinkenden Produktionskosten, die der EY-Erhebung zufolge im Durchschnitt um rund fünf Prozent niedriger ausfallen.