Innovation

Wenn Flugroboter Inventur machen

Von Nadine Effert · 2016

Pakete schweben durch die Luft? Zumindest in der Lagerhalle schon vorstellbar.

Der interne Materialfluss ist ein wichtiger Schlüsselfaktor für den Unternehmenserfolg. Neue clevere Systeme sorgen für mehr Effizienz bei Steuerungsprozessen.

Die intelligente Vernetzung einer Vielzahl einzelner modularer Lösungen zu einem schlauen und flexiblen Gesamtsystem, darum wird es in Zukunft auch bei internen Logistikprozessen gehen. Schlanke Prozesse allein reichen nicht mehr aus, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Herausforderung liegt in der Verarbeitung und Analyse grosser Datenmengen und Informationen - und zwar in Echtzeit. Die gute Nachricht: Die Intralogistik-Branche gehört zu den Pionieren der Industrie 4.0. So gibt es sie schon, die fahrerlosen Transportsysteme, die Palletten eigenständig durch die Lagerhallen bewegen. Mit Laserscannern, Infrarotsensoren und RFID-Chips ausgestattet erfassen sie wie von Zauberhand selbstständig die Umgebung und eine ausgeklügelte Sensorentechnik hilft ihnen dabei, den kürzesten Weg zum Ziel zu berechnen. Die Transportroboter können sogar untereinander kommunizieren, um sich bei der Verteilung der Aufträge abzustimmen. Das erhöht die Effizienz und sorgt für einen maximalen Durchsatz im Lager. Was bei fahrerlosen Transportsystemen bereits Realität ist, soll sich in Zukunft in die Lüfte erheben.

Autonomes Lagermanagement

Fliegende Minicomputer mit GPS-Ortung erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit - auch in der Logistikbranche. Als fliegende Päckli-Lieferanten sind Drohnen schon länger im Gespräch. Allerdings gibt es noch zu viele offene rechtliche Fragen und die Sorge vor einem Chaos am Himmel ist gross. In Hallen könnten Drohnen jedoch schon in naher in Zukunft die Lagerverwaltung revolutionieren - wie das Forschungsprojekt «InventAIRy» des deutschen Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) zeigt. Die Vorteile des fliegenden Assistenten? Er agiert unabhängig von Hindernissen auf dem Boden, kann sich ausserdem in alle Richtungen bewegen und auch schwer erreichbare Stellen, wie in Hochregallagern, einsehen - Ultraschallsensoren und 3D-Kamera machen's möglich. Die gewonnenen und auf dem RFID-Chip gespeicherten Informationen können nahtlos in bestehende Lagerverwaltungssysteme integriert und zur Steuerung angeschlossener Prozesse genutzt werden.