Aussenhandel

Wachstumsmotor für die Logistik

Von Nadine Effert · 2015

Die Schweiz gehört zu den Ländern mit den höchsten Anteilen des Aussenhandels am Bruttoinlandsprodukt. Von den florierenden Geschäftsbeziehungen rund um den Globus profitieren vor allem die Logistiker

«Wir sind das Rückgrat der Welt. Ohne Logistik funktioniert der Planet nicht,» sagte einst Deutsche-Post-Chef Frank Appel. Allein in der Schweiz müssen jedes Jahr über 400 Millionen Tonnen an Gütern schnell und sicher von A nach B transportiert werden - auf Strassen, Schienen, Gewässern oder in der Luft. Tendenz steigend. Rund 70 Millionen Tonnen, davon Importe in Höhe von 50 Millionen, sind dabei dem Aussenhandel zuzuschreiben, der im Jahr 2013 einen bereinigten Handelsbilanzüberschuss von 26,6 Milliarden Franken erzielte.
Rund 80 Prozent des Export- und 59 Prozent des Importvolumens werden über die Strassen abgewickelt - gefolgt von Schienen- und Schiffsverkehr. Wertmässig spielt beim Export ein anderes Transportmittel eine Rolle: Via Luftfracht gelangen vor allem hochwertige Güter wie pharmazeutische Produkte und Luxusartikel wie Juwelierwaren aus der Schweiz in Länder rund um den Globus. Auf der Importseite dominieren hingegen Konsum- und Investitionsgüter.

Die Branche boomt

Wichtigste Handelspartner sind die vier Anrainerstaaten der Schweiz. Zudem konnte insbesondere in den vergangenen zwei Jahren eine Zunahme an Einfuhren aus Asien verzeichnet werden. Das im Juli 2014 in Kraft getretene Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China lässt positive Auswirkungen auf den Aussenhandel und die Logistikbranche erwarten.
Die Schweizer Logistikdienstleister profitieren von der wachsenden Nachfrage nach grenzüberquerenden Transporten - parallel zum anhaltend starken Binnenkonsum. Das wertmässige Logistikmarktvolumen stieg im Jahr 2013 überproportional zum Bruttoinlandsprodukt um drei Prozent auf 39 Milliarden Franken. Die Relevanz des Logistikmarktes wird in Zukunft weiter zunehmen, da sind sich Experten einig.

Es muss «grüner» werden

Grundsätzlich ist der Transport von Waren aller Art ein dynamisches Geschäft - vor allem in Hinblick auf die steigende Internationalisierung der Märkte. Der Druck auf die Branche wird wachsen. Es geht insbesondere um die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit im Rahmen einer nachhaltigen Logistikstrategie. Laut Schätzungen trägt die Logistik acht bis zehn Prozent zum Gesamtausstoss von CO2 bei.
Was die Verminderung der Treibhausgase bei gleichzeitig steigendem Transportaufkommen anbelangt, muss die Branche rasch Antworten finden. Mit dem Einsatz moderner IT-Lösungen zur Optimierung und effizienten Steuerung von Prozessen entlang der Supply Chain sowie Fahrzeugen, die weniger verbrauchen oder auf alternative Antriebskonzepte setzen, sind erste Schritte in die richtige Richtung getan.