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Gastbeitrag

Mehr Wettbewerbsfähigkeit durch innovative Logistik

2016

Innovative Themen vordenken und Netzwerke knüpfen und ausbauen – das bietet der Logistics Innovation Day am 18. Mai 2016 in Windisch

Logistics Innovation Day

Schweizer Wirtschaft

Der steigende Wohlstand der Schweiz wird seiner starken internationalen Verflechtung geschuldet. Der heimische Markt wäre zu klein, seine Rohstoffe zu begrenzt, seine Infrastruktur mit den transnationalen Handelsrouten nicht kompatibel, um daraus ertragreiche Geschäftsmodelle zu bauen. Der hohe internationale Wettbewerb wird durch die Frankenstärke und die Fiskalpolitik der EU noch weiter verschärft. Die eidgenössische Zollverwaltung zeigte daher seit der Aufhebung des Wechselkurses einen deutlichen Rückgang der Exporte. Im Januar lag der Ausfuhrwert bei 16,3 Milliarden Franken. Davon sind circa 15 bis 30 Prozent Logistikkosten. Unter diesen Prämissen muss sich die Schweizer Wirtschaft durch hohe Innovationskraft und Effizienz beweisen. Ihre Wettbewerbsfähigkeit hängt also ganz wesentlich davon ab, wie gut sie das Netzwerk ihrer globalen Wertschöpfung gestalten und führen. Perfekt abgestimmte Prozesse zwischen Produktionsbetrieben, Handel und Logistikdienstleistern sowie eine optimal ausgestattete und genutzte Infrastruktur sind dazu entscheidende Erfolgsfaktoren.

Effizienz durch Logistik-Innovation

Effizienz stellt sich nicht von selbst ein, sondern ist ein mühsamer Prozess der stetigen Verbesserung in Richtung Business Excellence. Mit dem steigenden Kostendruck sind heute Ansätze des Lean Management wie 6 Sigma, Kaizen oder 7S stark gefragt. Damit wird vor allem erreicht, dass die Unternehmen «ihre Dinge richtig tun». Ob Unternehmen dann auch «die richtigen Dinge tun», ist damit nicht gewährleistet. In einem Umfeld, in dem sich Produkte, Märkte, Rahmenbedingungen und technologische Entwicklungen dynamisch verändern und Chancen bieten, müssen sich auch Logistik und SCM durch Innovationen weiterentwickeln. Ziel einer Logistikentwicklung ist ein nachhaltiger, ressourcen-effizienter und an Kundenbedürfnissen ausgerichteter Material-, Informations- und Finanzfluss. Studien der ETH in Zürich und der HTW-Chur bestätigen wiederholt, dass durch systematische und forschungsbasierte Methoden sowohl in Industrie als auch in Dienstleistung höhere Produktivität und Innovationskraft erreicht wird. So kann zum Beispiel Kühne & Nagel mit einer eigenen Logistik-Hochschule in Hamburg und einem Lehrstuhl an der ETH-Zürich einen Wissensvorsprung für sich erarbeiten.

Gemeinsame Anstrengungen

Innovation ist jedoch kein ausschliesslich internes Problem. Gerade dann, wenn finanzielle Mittel, Ressourcen, Know-how oder technische Einrichtungen fehlen beziehungsweise nur schwer zugänglich sind, bleiben Innovationen aus und Wettbewerbsfähigkeit geht mittelfristig verloren. Die technischen Möglichkeiten des Internets und die neue Kultur des Teilens, der sogenannten Sharing Economy, führen zur Ablösung von traditionellen Innovationsmanagementmethoden mit Ansätzen der «Open Innovation». Open Innovation spielt vor allem dann eine Rolle, wenn sich der Produktlebenszyklus verkürzt und gleichzeitig die Aufwände für Entwicklungen zunehmen. Hier geht eine finanzielle Schere auf, die kaum zu bewältigen ist. Um in Netzwerken jedoch erfolgreich zu innovieren, sind zwei Faktoren ausschlaggebend: Zum einen muss es ein Netzwerk geben, das gross genug ist, um ausreichend Ideen zu generieren; es muss den Geist der Innovation leben, um Barrieren zu überwinden und schliesslich Strukturen anbieten, in denen Innovation entwickelt werden können. Zum anderen aber müssen Unternehmen in der Lage sein, diese Innovationen für sich erschliessen und verwerten zu können.

Logistik-Innovationen unter Industrie 4.0

Es ist heute nahezu unmöglich von Innovation zu sprechen und sich nicht gleichzeitig auf das Thema «Industrie 4.0» zu beziehen. Diese Initiative ist längst nicht mehr nur auf die EU bezogen, sondern beschäftigt unter dem Begriff «Internet of Things» weltweit Wirtschaft und Wissenschaft gleichermassen. Die europäische Technologie Plattform ALICE (Alliance for Logistics Innovation through Collaboration in Europe) entwickelt seit 2013 eine kurz- und langfristige Forschungs- und Innova-tionsagenda für die Umsetzung auf nationaler und europäischer Ebene. Das hochgesteckte Ziel soll die Wirtschaft um zehn bis 30 Prozent der Logistikkosten entlasten und damit einen nachhaltigen Beitrag in Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt leisten. Momentan arbeiten die ersten Arbeitsgruppen an folgenden Themen: City Logistik, intermodaler Transport, Informationssysteme für verbundene Logistiksysteme, Kooperation und Koordination in Wertschöpfungsketten sowie nachhaltige und sichere Supply Chains.
Auf nationaler Ebene treffen sich am Logistics Innovation Day (18. Mai 2016) Wirtschaft und Wissenschaft in Windisch, um Innovationsthemen vorzudenken. Das Denkatelier ist für alle offen und fördert den Austausch von Ideen, die im Follow-up konkretisiert werden können.
Der Verein Netzwerk Logistik Schweiz ist das durch den Bund anerkannte «nationale thematische Netzwerk» für Logistik. Als gemeinnütziger Verein fördern wir die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft, um aktiv die Logistik von morgen zu gestalten.

Zum Autor

Prof. Dr.-Ing. Herbert Ruile
FHNW, Präsident Verein Netzwerk Logistik Schweiz

www.vnl.ch