E-Payment

Kauf auf Rechnung besonders beliebt

Von Wiebke Fröhlich · 2016

Für Distributoren ist die Zahlung per Rechnung aufwendig und mit höherem Risiko verbunden und auch für Käufer sind andere Bezahlsysteme bequemer.

Erst kaufen, dann zahlen – noch begleichen die Schweizer ihre Online-Bestellungen am liebsten per Rechnung. Das wird sich in den kommenden Jahren ändern. Denn diese Zahlart ist umständlich.

Sechs von zehn Schweizern zahlen beim Online-Kauf am liebsten per Rechnung. Das hat eine Payment-Studie des E-Commerce Center (ECC) am Institut für Handelsforschung in Köln gezeigt. Im Dezember 2015 hat das Institut 494 Online-Shopper nach ihrer favorisierten Zahlungsmethode gefragt. Nach dem Rechnungskauf landete die Kreditkarte mit etwa 17 Prozent auf Platz zwei des Rankings. Elf Prozent der Eidgenossen zahlen am liebsten mit PayPal. Bedrohliche Konkurrenten für die Rechnung sind die elektronischen Zahlungsmethoden damit nicht.
Noch nicht, meint Sabrina Mertens, Leiterin des ECC. Sie prognostiziert eine Aufholjagd: «Unter den von Online-Shoppern favorisierten Zahlungsverfahren ist die Rechnung eher umständlich. Da Konsumenten jedoch immer häufiger online shoppen und dabei zunehmend auf Faktoren wie Schnelligkeit und Bequemlichkeit achten, wird die Rechnung in Zukunft weiter an Relevanz verlieren», prognostiziert Mertens.

Händler setzen auf Payment-Mix

Nicht nur Online-Shopper, sondern auch Online-Händler scheinen ihre beliebten Zahlungsverfahren gefunden zu haben. In neunzig Prozent aller Fälle können die Konsumenten per Kreditkarte zahlen. Während PayPal in Deutschland und Österreich von mehr als 70 Prozent der Befragten angeboten wird, ist das Bezahlsystem in der Schweiz nur bei der Hälfte der Shops Teil des Payment-Mixes.
Im Durchschnitt bieten Online-Händler vier Bezahlungsmethoden an. «Die Händler möchten ihre Kunden nicht mit einem unüberschaubaren Angebot an Payment-Methoden verwirren und so möglicherweise Abbruchquoten durch ein Überangebot an Zahlungsverfahren in die Höhe treiben», erklärt Sabrina Mertens. Ziel sei, genau die richtigen Verfahren anzubieten und damit den Wünschen der Kunden zu entsprechen. Danach beeinflusst auch der Umsatz, welche und wie viele Zahlungsmethoden angeboten werden: «Die mit der zunehmenden Anzahl angebotener Verfahren steigende Komplexität in der Abwicklung können grössere Unternehmen leichter bewältigen.»