Energiezukunft

Hausaufgaben (besser) machen

Von Mark Krüger · 2019

Das Ziel der Energiewende ist klar definiert. Es geht um den international beschlossenen Ausstieg aus den fossilen Energien. Auf Zielkurs ist die Schweiz laut Energiewende-Index (EWX) jedoch nicht wirklich.

Der Blick auf den zuletzt im Oktober 2018 veröffentlichten Energiewende-Index zeigt folgendes Resultat: Bei vier der insgesamt sieben EWX-Kategorien schneidet die Schweiz schlechter ab als in 2017. Beim Klimaschutz fiel sie von 58 Prozent auf 50 Prozent ab, bei der Biodiversität von 27 Prozent auf 25 Prozent und bei den erneuerbaren Energien von 18 Prozent auf 16 Prozent. Beim Atomausstieg verharrt sie auf zehn Prozent, während sie sich bei der Energieeffizienz von elf Prozent auf 14 Prozent steigern konnte.


Bei der Versorgungssicherheit legte die Schweiz von 74 Prozent auf 78 Prozent zu. Gemessen an den Zielen des Pariser Klimaabkommens sinkt der CO2-Ausstoss in der Schweiz jedoch viel zu langsam, so die Umweltallianz, in der die vier grossen Umweltverbände der Schweiz vereint sind. Der CO2-Ausstoss der Stromproduktion ist gar gestiegen, ebenso die gesamte Klimabelastung des Konsums. «Gerade beim Klimaschutz brauchen wir eine Trendumkehr, wenn die Schweiz ein gefährliches und teures Aufwachen verhindern will», kommentiert Elmar Grosse Ruse, Klimaexperte beim WWF Schweiz, das Ergebnis. Bezüglich des Themas «Erneuerbare Energien» etwa würden nicht genug Solar-, Wind- und Biomasse-Anlagen gebaut, um die Ziele der bundesrätlichen Energieperspektiven zu erreichen. Handlungsbedarf bestehe auch beim Sorgenkind Verkehr. «Wir erwarten vom Parlament allermindestens, dass die Schweiz die gleichen CO2-Ziele für neue Personenwagen wie die EU festlegt», fordert Stéphanie Penher, Bereichsleiterin Verkehrspolitik beim Verkehrsclub Schweiz. Zu 100 Prozent auf Zielkurs sei die Energiewende lediglich bei den im internationalen Vergleich tiefen Kosten für Haushalte und Wirtschaft.