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Unternehmensbeitrag / Interview

Digitalisierung & Recht

Von Mag. iur. Bianca Lins, LL.M. – Studiengangsleiterin · 2019

Künstliche Intelligenz, Robo Advice, Big Data & Co: Die Finanzbranche bricht auf zu neuen Horizonten. Und muss dabei noch einige Hürden nehmen.

Die Digitalisierung hat den Finanzsektor in den letzten Jahren stark verändert. Innovative Konzepte, Geschäftsmodelle und Dienstleistungen versprechen neue Chancen und Möglichkeiten. Wie beurteilen Sie die Entwicklungen der letzten Jahre?

Die Branche war in den letzten Jahren stark im Umbruch. Die Digitalisierung hat nicht nur die von Ihnen erwähnten neuen Konzepte, Geschäftsmodelle und Dienstleistungen hervorgebracht, auch das gesellschaftliche Miteinander ist dadurch beeinflusst. Insbesondere Kundenverhalten und Kundenbeziehungen haben sich mit der Digitalisierung stark verändert. Die Dynamik dieser Entwicklungen hat bis heute stark zugenommen. Und doch steckt die Digitalisierung noch in den Kinderschuhen.

Was heisst das genau?

Der digitale Strukturwandel betrifft Unternehmen in ihrer Gesamtheit und verlangt nach Anpassung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Neue Technologien wie Blockchain bzw Distributed Ledger Technologien oder auch Künstliche Intelligenz werden in den kommenden Jahren die Strukturen und Prozesse noch weiter verändern. Mit neuen Playern, insbesondere der Konkurrenz durch BigTechs werden die Karten werden völlig neu gemischt. Wer heute noch auf der Gewinnerseite steht, kann morgen schon zu den Verlierern gehören.

Wo sehen Sie die Herausforderungen?

Diese sind sehr vielschichtig. Veraltete Technologien, fehlende Digitalstrategien, Cyberrisiken und auch die wachsende Konkurrenz, vor allem durch Tech-Giganten, sind nur ein paar Beispiele. Hinzu kommt, dass Abläufe in der Finanzindustrie wie in kaum einer anderen Branche durch zahlreiche Rechtsvorschriften geprägt sind. Diese regulatorischen Anforderungen, deren Anzahl und Ausmasse seit der vergangenen Finanzkrise permanent zugenommen haben, tragen nicht nur zur Erhöhung der Komplexität bei, sondern bilden auch ein Spannungsfeld zur Digitalisierung. Denn gerade in der Finanzbranche ist die technologische Entwicklung oftmals den rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen einen Schritt voraus.

Stichwort Regulierung: In diesem Zusammenhang wird auch immer wieder von «Rechtsunsicherheit» gesprochen. Wie sehen Sie das?

Hier gilt es zu unterscheiden: Einerseits sind bestimmte Arten von Finanzdienstleistungen reguliert und zwar unabhängig davon, von welchem Unternehmen sie angeboten werden. Es spielt also keine Rolle, ob das konkrete Finanzgeschäft von einem «Fintech», «BigTech» oder einer «klassischen Bank» erbracht wird oder welche Technologie eingesetzt wird. Allerdings gibt es noch unbeantwortete Fragen hinsichtlich des geeigneten Regulierungsrahmen bei Innovationen im Finanzbereich, beispielsweise im Bereich künstlicher Intelligenz. Und diese offenen Fragen führen zu teils grosser Rechtsunsicherheit.

Wie steht um die Rechtssicherheit im Zusammenhang mit Blockchain-Technologien?

Wie gesagt sind viele Regulierungen im Finanzbereich «technologieneutral» und gelten daher unabhängig von der eingesetzten Technologie. Allerdings wirft der Einsatz von Blockchain bzw Distributed Ledger Technologien zahlreiche Rechtsfragen auf. Zwar gibt es mittlerweile vereinzelt nationale Regelungen – Liechtenstein gehört mit seinem «Blockchain-Gesetz», dem sog TVTG, dass mit 1. Januar 2020 in Kraft treten wird, sicher zu den Vorreitern, aber es fehlt an gemeinsamen verbindlichen Standards. Zwar gibt es auch auf EU-Ebene einige Initiativen, bis eine einheitliche Regelung kommt, wird es aber wohl noch dauern.

Viele Chancen also, aber auch viele Herausforderungen. Wie sollte man diesen am besten begegnen?

Ich denke, entscheidend ist das Zusammenspiel der unterschiedlichen Ebenen der Organisation sowie aller Systeme und Prozesse. Dafür ist es notwendig, laufend die eigenen Prozesse, Produkte und Dienstleistungen zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Es wichtig zu lernen und umzudenken. Eine gute Digitalstrategie hilft wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein ganz wesentlicher Faktor ist die Einhaltung der rechtlichen und regulatorischen Standards. Für all das benötigt es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die über das notwendige Know-how verfügen.

Bei der Vielfalt an Themen, insbesondere aus rechtlicher Sicht, gar kein einfaches Unterfangen.

Stimmt. Und die Komplexität wird in Zukunft noch zunehmen. Daher haben wir ein auf die Bedürfnisse des Marktes abgestimmtes neues Studienprogramm konzipiert, dass die Herausforderungen der Finanzbranche von heute und morgen adressiert. Mit unserem Zertifikatsstudiengang Digital Legal Officer bieten wir eine juristische Spezialausbildung im Recht der digitalen Finanzindustrie. Der Fokus liegt auf den rechtlichen Aspekten, aber auch ökonomische und technische Grundlagen werden vermittelt – eine einzigartige Kombination.

Klingt spannend. Warum diese Interdisziplinarität?

Nur wer ein Grundverständnis, auch für die ökonomischen und technischen Aspekte, von digitalen Konzepten, Geschäftsmodellen und Anwendungen hat, kann die richtigen Fragen stellen. Wir bilden Experten aus, die die Komplexität der Digitalisierung der Finanzbranche verstehen und komplexe Rechtsfragen kompetent beantworten können. Wir starten am 16. Januar 2020, die Anmeldefrist läuft bereits.

 

Zertifikatsstudiengang Digital Legal Officer Der Zertifikatsstudiengang Digital Legal Officer

bietet eine einzigartige Kombination aus rechtlicher Spezialisierung rund um die digitalen Themen der Finanzbranche, gepaart mit ökonomischen und technischen Grundlagen.

Module:

• Financial Industry 4.0: Digitale Transformation & neue Geschäftsmodelle Einführung und Behandlung der grundsätzlichen Fragestellungen und Grundbegriffe, regulatorischer Rahmen der digitalen Transformation der Finanzbranche, ökonomische und technische Grundlagen.

• Vertiefung Blockchain Technology Behandlung der weitreichenden Möglichkeiten der Blockchain bzw Distributed Ledger Technologie, technische Hintergründe, Rechtsfragen rund um Blockchain-Geschäftsmodelle, Kryptowährungen, Tokenisierung, ICOs, STOs & Co - insbesondere Fragen rund um Sorgfaltspflichten, regulatorische Entwicklungen auf europäischer und nationaler Ebene.

• Vertiefung Datenschutz und Datensicherheit Neben den umfangreichen rechtlichen Vorgaben zum Datenschutz werden insbesondere Themen wie Datenschutzkonzepte, Data Loss Prevention-Massnahmen, Einsatz von Big Data, usw. im Rahmen von praxisorientierten Fallbeispielen behandelt.

• Vertiefung Cyber Security und Recht Cyber Security ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen. In diesem Modul werden daher einerseits technische Grundlagen für ein besseres Verständnis der Risikofaktoren vermittelt und andererseits unter Berücksichtigung der neuesten Rechtsentwicklungen, Pflichten der Unternehmensführung, Haftung und strafrechtliche Aspekte behandelt.

• Vertiefung Digitale Innovationen Ob Crowdfunding und Crowdlending, digitale Zahlungsdienste, Robo Advice, KI oder auch Outsourcing in die Cloud – all diese Themen bringen eine Vielzahl regulatorischer und aufsichtsrechtlicher Fragestellungen mit sich, die in diesem abschliessenden Modul anhand der aktuellen Rechtsentwicklung mit besonderem Fokus auf das EWR-Recht behandelt werden.

Zulassungsbedingungen:

• Einschlägige Vorbildung im Finanzdienstleistungssektor, die durch mehrjährige berufliche Erfahrung oder ein einschlägiges Studium belegt ist

• Basisverständnis von Innovation und innovativen Produkten im Finanzbereich

• Interesse an technologischen Themen Ablauf: 5 Monate berufsbegleitend 3 Tage/Monat (Do, Fr, Sa) Abschluss Zertifikat Digital Legal Officer Studiengebühr CHF 9 800.– (inkl. aller Unterlagen und Klausuren)

Kontakt

Mag. iur. Bianca Lins, LL.M. – Studiengangsleiterin

T +423 265 13 77 oder bianca.lins@uni.li

Weitere Informationen uni.li/digital-legal-officer