Schweizer Aussenhandel

Den BRICS auf den Fersen

Von Nadine Effert · 2015

Globalisierung und Wachstum von Zukunftsmärkten kurbeln die Weltwirtschaft an. Damit der Schweizer Aussenhandel profitiert, sollten Unternehmen ihren Blick Richtung aufstrebender Nationen richten.

Wo liegen die Zukunftsmärkte? Welche Staaten versprechen künftig gute Chancen für Produktion und Handel? Eine Antwort liefert eine Studie des französischen Kreditversicherers Coface, der 2014 zehn aufstrebende Wirtschaftsnationen identifiziert hat. Zur Top Ten gehören - eingeteilt in zwei Gruppen - Schwellenländer, die sich durch ein starkes und beschleunigtes Wachstum auszeichnen. Dabei muss die Wirtschaft diversifiziert und robust genug sein, um Wachstumseinbrüche auffangen zu können. Weitere wichtige Kriterien sind ausreichend vorhandenes Kapital zur Finanzierung des Wachstums sowie Mindestreserven zur Minimierung der Abhängigkeit von Auslandskapital und des Risikos, Kreditblasen zu produzieren.

Indonesiens Wirtschaftsleistung nimmt zu

Zur ersten Gruppe gehören Indonesien, die Philippinen, Sri Lanka, Kolumbien und Peru. Sie zeichnet ein «vernünftiges Geschäftsumfeld» aus, das mit dem der sogenannten BRIC-Staaten vergleichbar sei. Ihr Wachstum werde allerdings langsamer verlaufen als das in Brasilien, Russland, Indien und China zu Beginn des Jahrtausends. Werfen wir einen Blick nach Indonesien: Laut Prognose des Unternehmensberaters McKinsey soll die mit 250 Millionen Einwohnern grösste Volkswirtschaft Südostasiens bis 2030 unser Nachbarland Deutschland in der Wirtschaftsleistung überholt haben.
Indonesien ist eins von zehn Ländern der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN, in der bis Ende 2015 die Zollschranken fallen. Heisst: praktisch keine Zölle, freie Bahn für Waren, Dienstleistungen, Investitionen, Fachkräfte und Kapital. Das Potenzial der «neuen» asiatischen Wirtschaftsmacht ist enorm: McKinsey geht von zusätzlichen Geschäften in den kommenden Jahren im dreistelligen Milliardenbereich aus. Neben Indonesien sind die Philippinen, Thailand, Malaysia, Vietnam und Myanmar die aktuell stärksten Treiber.

Potenzial trotz Instabilität

In die zweite Gruppe der Coface-Top-10 fallen Kenia, Sambia, Tansania, Äthiopien und Bangladesch. Länder, die sich durch ein «sehr oder extrem problematisches Geschäftsumfeld» auszeichnen. Dieses könnte zwar das Wirtschaftswachstum und die Investitionsbereitschaft ausländischer Firmen erschweren, allerdings sei dies relativ zu sehen, da vor 15 Jahren die Governance der BRIC-Staaten, zu denen seit 2011 auch Südafrika zählt, ähnlich aufgestellt war.
Fazit: Die Schweiz muss frühzeitig die Weichen stellen, um das Potenzial dieser vielversprechenden Märkte ausschöpfen zu können. Dann hält sie ihre Position als eines der weltweit wettbewerbsfähigsten Länder weiterhin inne.