Sponsored Post

Unternehmensbeitrag / Interview

«Schweizer Unternehmen erkennen die Chancen der digitalen Transformation»

Von Commerzbank · 2016

Marc Steinkat, CEO Switzerland der Commerzbank, über die Herausforderungen für Schweizer Unternehmen in Zeiten von Frankenstärke und Niedrigzinsniveau

Herr Steinkat, die deutsche Commerzbank ist mittlerweile an sechs Schweizer Standorten vertreten. Wo andere Banken sich zurückziehen oder Personal abbauen, expandieren Sie.
Was macht die Commerzbank anders als andere Banken in der Schweiz?

Wir sind in der Schweiz ausschliesslich auf Firmen- und institutionelle Kunden ausgerichtet und bieten seit 2011 für diese massgeschneiderte Lösungen an. Der Fokus liegt hierbei auf dem internationalen Geschäft. Wir unterstützen und begleiten Schweizer Unternehmen mit ihren Aktivitäten ins Ausland. Hier unterscheiden wir uns klar von den meisten Banken in der Schweiz.

Welche Probleme ergeben sich für Schweizer Unternehmen durch die aktuelle Frankenstärke?

Die Aufhebung des CHF-Euro-Mindest-kurses durch die SNB zu Beginn des Jahres 2015 und die damit verbundene schlagartige Aufwertung des Franken haben die Unternehmen vor ganz neue Herausforderungen gestellt. Insbesondere die Planung vieler exportorientierter Unternehmen war quasi über Nacht obsolet geworden. Um einen deutlichen Rückgang der ausländischen Nachfrage und damit ihrer Produktion zu verhindern, haben viele Unternehmen erst einmal mit Preisanpassungen reagiert. Der Druck auf die Margen wird mittelfristig aber bleiben. Dem können die Unternehmen entgegenwirken, indem sie produktivitätssteigernde Massnahmen ergreifen.

Welche Massnahmen ergreifen die Unternehmen, um weiterhin im Markt bestehen zu können?

Internationales Supply Chain Management und Digitalisierung sind die zwei grossen Trends. Wir sehen eindeutig eine Dynamisierung in der Verlagerung der Vorproduktion in das Ausland, insbesondere Osteuropa, aber auch zunehmend nach China. Bestehende Produktionskapazitäten werden ausgebaut, neue geschaffen. In technologischer Hinsicht verstärken sich die Unternehmen durch grenzüberschreitende Unternehmensakquisitionen. Durch unser internationales Netzwerk, unsere Kompetenz im Export sowie grenzüberschreitendes Cash Management und Cross-Border-Finanzierung begleiten wir sie dabei als strategischer Partner. Parallel treiben Unternehmen die Vernetzung von Standorten, Produktionssteuerung und Finanzmanagement voran und nutzen dabei die digitalen Möglichkeiten. Eine von uns im letzten Jahr durchgeführte Umfrage bei Schweizer Unternehmen hat ergeben, dass 90 Prozent der Unternehmen in der deutschsprachigen Schweiz in der digitalen Transformation Chancen für die Wirtschaft sehen. Drei Viertel der Unternehmen haben sich - so die Studie - vorgenommen, das Niveau der Innovationsfähigkeit zu halten und weiter zu steigern. Wir als Commerzbank unterstützen sie hierbei.

Inwieweit beeinflusst das derzeit schwierige geopolitische Umfeld die unternehmerischen Entscheidungen? Gibt es weitere relevante Faktoren, die Unternehmen jetzt stärker berücksichtigen?

Eine verhaltene Nachfrage aus den Schwellenländern, die sinkenden Rohöl- und Indus-triemetallpreise sowie das anhaltend ausgeprägte Niedrigzinsniveau sind ebenfalls Herausforderungen, denen sich die Unternehmen stellen müssen. Nach Jahren des Zinstiefs haben Unternehmen viel Liquidität angehäuft, stehen aber gleichzeitig vor der Herausforderung, dass sie diese auf Dauer nicht mehr risikolos und/oder jederzeit verfügbar bei den Banken parkieren können. Sie müssen sich entscheiden, ob sie bereit sind, für die Risikolosigkeit eine Guthabengebühr zu bezahlen, mehr Laufzeit oder mehr Risiko zu nehmen. Wir begleiten unsere Kunden auf der Suche nach einer neuen Strategie, die wir passgenau an den Anforderungen des Unternehmens ausrichten. Ein ganzheitliches, internationales Cash-, Währungs- und Anlagemanagement gewinnt immer mehr an Bedeutung. In 2015 haben wir uns diesbezüglich in der Schweiz noch einmal zielgerichtet verstärkt.

In der Vergangenheit hat sich die Schweizer Wirtschaft immer wieder als sehr anpassungsfähig erwiesen. Werden Ihrer Meinung nach die Schweizer Unternehmen auch diese aktuellen Herausforderungen erfolgreich meistern?

Meine Antwort darauf lautet eindeutig: Ja. Wenn wir davon ausgehen, dass der auf mittlere Sicht ohnehin erforderliche Strukturwandel in der Schweizer Wirtschaft durch die Freigabe des Franken-Wechselkurses nur beschleunigt beziehungsweise vorweggenommen wurde, könnten die damit in Gang gesetzten strukturellen Anpassungen durchaus neues Wachstumspotenzial generieren. Dazu müssten aus meiner Sicht drei Voraussetzungen erfüllt sein: anhaltende Innovationsbereitschaft, weiter steigende Integration in internationale Wertschöpfungsketten und das Vorantreiben der Digitalisierung der Wirtschaft. Aktuell beobachten wir viele Aktivitäten, zum Beispiel eine wachsende Fintech-Szene, die wegweisend für die Zukunft der Schweizer Wirtschaft ist. Wenn sich zudem der Wechselkurs des Schweizer Franken wieder seinem «fair value» nähern würde, dann wäre das sicher eine willkommene Unterstützung.

Im Interview

Marc Steinkat
CEO Switzerland, Country Manager
der Commerzbank