Lieferdienste Schweiz

Päckli werden flexibel

Von Susanne Kirchner · 2016

Mehr als 115 Millionen Pakete hat die Post im Jahr 2015 ausgeliefert. Doch nur selten treffen Postbote und Paketempfänger spontan aufeinander. Die Digitalisierung soll die Zustellung jetzt vereinfachen.

Vom Hochzeitskleid bis zur Gartenbank: Was früher mühsam in Tüten aus dem Laden getragen wurde, bringt der Lieferdienst heute bequem nach Hause. Doch der Schrei vor Glück wie im Werbefilm des Onlinehändlers Zalando bleibt oft aus. Schuld daran sind unzuverlässige Zustelldienste, lange Versandzeiten oder manchmal einfach das Schicksal, wenn der Postbote Dienstagvormittag an der Haustür klingelt, der Paketempfänger allerdings im Büro ist. Möchte der dann sein Päckli endlich glücklich in Empfang nehmen, muss er erst zur nächsten Postfiliale gehen.
Doch der Päckli-Frust soll bald ein Ende haben – zumindest wenn es nach dem Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV) geht. Denn der hat gemeinsam mit seinen Mitgliedern ein buntes Potpourri verschiedener Services für den flexiblen Empfang und Versand von Paketen erstellt. Frei nach dem Motto «Smart, Smarter, Digitalisierung» sollen Lieferdienste in Zukunft frühzeitig per SMS oder E-Mail über eintreffende Sendungen informieren und diese online steuern. «Den Zustellzeitpunkt, zum Beispiel am Samstag, am Abend et cetera, werden die Kunden künftig wählen und für jeden Wochentag eine andere Zustellvariante hinterlegen können», erklärt zum Beispiel die Post.

Päckli-Zustellung rund um die Uhr

Päckli-Empfänger können dann zum Beispiel die günstig gelegene Pick-Post-Stelle als online Lieferadresse angegeben – das Päckli wird dann vom Postboten zum Beispiel am -Bahnhof oder an der Tankstelle abgegeben und liegt dort zur Abholung bereit. Wer einen Rund-um-die-Uhr-Service wünscht, greift auf My-Post-24-Automaten zurück. Doch Achtung: Soll das Päckli direkt an den Automaten geschickt werden, muss der bereits bei Paketaufgabe als Lieferadresse genannt werden.
Und für die Retoure oder das einfache Verschicken eines Päckli können Smartphone-Besitzer via Post-App den sogenannten «Pick@Home»-Dienst nutzen. Der Dienst verständigt einen Postboten, der die Pakete dann am Arbeitsplatz oder einem anderen Ort abholt und weiterleitet. Diese Art der Flexibilität und Individualität bieten auch die DPD oder notime.