Export

Mit Schwung ins neue Jahr

Von Tobias Lemser · 2017

Trotz eines Ausfuhranstiegs leiden noch immer viele Schweizer Exporteure unter dem starken Franken. Um weiter wettbewerbsfähig zu bleiben, gilt es, die Zukunftsmärkte verstärkt ins Visier zu nehmen.

Der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank vor zwei Jahren, den Mindestpreis von 1,20 Franken für einen Euro aufzuheben, hat der hiesigen Exportwirtschaft erheblich zugesetzt. Denn ein starker Franken verteuert nicht nur die Ausfuhr der Waren. Auch können die Exporteure ihre Produkte international nicht mehr zu konkurrenzfähigen Preisen anbieten. Prompt gingen 2015 die Exporte um 2,6 Prozent auf 202,9 Milliarden Franken zurück. Eine Flaute, die jedoch nicht von langer Dauer blieb: Bereits im Folgejahr konnte sich die Exportwirtschaft nicht nur stabilisieren, vielmehr verzeichnete sie mit einem Anstieg auf 210,7 Milliarden Franken ihren Höchststand. Hauptverantwortlich für den Aufschwung war laut Eidgenössischer Zollverwaltung vor allem die chemische-pharmazeutische Industrie. Und der positive Trend hält an: Wie zu Jahresbeginn ermittelt wurde, erreichte das Credit Suisse Exportbarometer, das die Konjunkturstimmung in den Abnehmerländern misst, für das erste Halbjahr ein neues Fünfjahreshoch. Damit die Industrie jedoch auch darüber hinaus einer starken ausländischen Nachfrage entgegensehen kann, müssen sich die Exporteure mit Innovation und Unternehmergeist auf die neuen Bedürfnisse und Anforderungen ausrichten. Nicht minder wichtig wird es sein, sich auf Zukunftsmärkte zu konzentrieren. Insbesondere Schwellenländer, wie Indonesien, die Philippinen oder Peru zeichnen sich durch ein starkes und beschleunigtes Wachstum aus. Laut Prognose des Unternehmensberaters McKinsey soll Indonesien bis 2030 unser Nachbarland Deutschland in der Wirtschaftsleistung überholt haben. Um das Potenzial dieser vielversprechenden Märkte ausschöpfen zu können, muss die Schweiz frühzeitig die Weichen stellen. Nur so wird sie ihren Ruf als eines der weltweit wettbewerbsfähigsten Länder untermauern können.