Aus- und Weiterbildung

Lernen statt verlernen

Von Tobias Lemser · 2017

Weiterbildung erhöht die persönlichen Chancen im Job.

Jugendliche haben die Qual der Wahl: Mehr als 230 zu erlernende Berufe stehen ihnen auf dem Schweizer Ausbildungsmarkt zur Verfügung. Wem das nicht reicht, kann sich zusätzlich umfassend weiterbilden.

Eben noch eingeschult und schon steht der Nachwuchs unmittelbar vor der Berufslehre. Auch wenn immerhin zehn Jahre dazwischenliegen, stellt sich die Frage nach dem besten Berufsweg schneller als gedacht. Wo soll's hingehen? Auf den Bau, ins Büro oder vielleicht in den Aussendienst? 
Zwei Drittel der Jugendlichen in der Schweiz entscheiden sich für eine berufliche Grundbildung – Basis und zugleich Türöffner für eine Vielzahl von Berufsperspektiven. Rund 61'000 Schüler absolvierten im Jahr 2014 diesen Berufsbildungsweg. Ihnen standen rund 230 Berufe mit dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis als Abschluss zur Wahl. Darunter auch neue Ausbildungen, etwa zum Fachmann öffentlicher Verkehr, zur Systemgastronomiefachfrau oder zum Entwässerungstechnologen. 

Branchen mit guten Jobaussichten 

Mit Abstand am begehrtesten war jedoch die Ausbildung zum Kaufmann, gefolgt vom Detailhandelskaufmann und dem Fachmann Gesundheit – Berufe, die auch zukünftig gefragt sein werden. Insbesondere Pflegeberufe bieten geradezu eine Jobgarantie. Arbeiteten 2014 gut 178'000 Personen in diesem Bereich, werden bis zum Jahr 2025 fast 218'000 benötigt. Ähnlich gute Jobaussichten bieten Informatik-Berufe sowie das Büro- und Informationswesen. Doch selbst wer vorher keine umfangreiche Ausbildung absolviert hat, kann als Quereinsteiger in zahlreichen Branchen Arbeit finden und «on the job» das dafür notwendige Werkzeug erlernen. Um zusätzlich fit zu werden, bieten viele Arbeitgeber Quereinsteigern Weiterbildungsmöglichkeiten an.

Fortbildung erhöht Karrierechancen

Überhaupt sind die Bildungschancen – auch parallel zum Berufsalltag – nahezu unbegrenzt: Sich stetig fortzubilden, ist in vielen Berufszweigen mittlerweile sogar unerlässlich, um sein Aufgabenspektrum erweitern und letztlich seinen Job sichern zu können – ganz abgesehen von der Chance auf eine Gehaltserhöhung. Zur Wahl stehen Workshops, Seminare und E-Learning, genauso wie die Teilnahme an Kongressen und berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengängen. Denn selbst für Akademiker mit Masterabschluss gilt es, bestehendes Wissen stetig zu ergänzen. Warum nicht noch mal Universitätsluft schnuppern? Von zahlreichen Fachhochschulen und Universitäten angebotene Advanced Studies sind besonders praxisbezogen und knüpfen direkt an die Berufserfahrung an – beste Voraussetzungen für Mitarbeitende, um jederzeit am Ball zu bleiben.