Export

Exportwirtschaft auf Erholungskurs

Von Jens Bartels · 2017

Chemisch-pharmazeutische Produkte sind für zwei Drittel der Exportsteigerung verantwortlich.

Die durch die Aufwertung des Franken ausgelöste Schwächephase scheint überwunden. Das Exportvolumen steigt kräftig an. Zugleich beschleunigt die Frankenstärke den Strukturwandel in der Schweiz.

Es geht weiter aufwärts. Die Konjunkturforschungsstelle der der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) rechnet für die nähere Zukunft mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten. Damit scheinen viele Branchen den Frankenschock endgültig überwunden zu haben. Die gute Lage der Wirtschaft spiegelt sich auch auf dem Exportmarkt wider. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 stieg die ausländische Nachfrage nach Waren und Dienstleis­tungen aus der Schweiz um 4,4 Prozent auf 109,6 Milliarden Franken. Dies ist ein neuer Rekordwert.

Chemie und Pharma sind Zugpferde

Einen erheblichen Beitrag am Gesamtwachstum der Exporte leisten weiterhin die chemisch-pharmazeutischen Produkte. Sie sind für zwei Drittel der Exportsteigerung verantwortlich. Zugute kommt der Schweizer Exportwirtschaft das stabile globale Wirtschaftswachstum. So konnten sich die Unternehmen über die Zunahme der Exporte auf den Hauptabsatzmärkten in Nordamerika, Europa und Asien freuen. Mit einem Wachstum von ungefähr einem Fünftel trug China stark zu dem guten Ergebnis bei. Auch die Verkäufe nach Singapur und Südkorea nahmen zweistellig zu. Allerdings konnten sich nicht alle Unternehmen von den Folgen der Wechselkursfreigabe der Schweizerischen Nationalbank erholen.
Nach wie vor leiden beispielsweise kleinere und mittelgrosse Unternehmen aus der Industrie an verminderter preislicher Wettbewerbsfähigkeit und geringeren Margen. Zudem beschleunigt der Frankenschock in vielen Branchen die Geschwindigkeit des Strukturwandels.
Durch die Auslagerung von Teilen der Wertschöpfungskette in das Ausland, Rationalisierungen sowie eine strategische Neuausrichtung versuchen viele Unternehmen, ihren grossen Kostenblock in Schweizer Franken abzubauen und damit die negativen Effekte einer starken Währung auszugleichen.