Crowdfunding

Die Menge macht’s

Von Wiebke Toebelmann · 2017

Crowdfunding – die Finanzierungsidee der Zukunft

Schwarmfinanzierung hilft, Projekten auf die Beine zu helfen, die es bei der Realisierung sonst schwer hätten. Typisch Schweiz: Hier boomen vor allem Crowdfunding-Modelle im Bereich der Finanzdienstleistungen.

Damit hatten nicht mal die Organisatoren gerechnet: Bei einer Crowdfunding-Kampagne kamen für das geplante Schweizer Online-Magazin «Republik» 3,4 Millionen Franken zusammen – mehr als das Vierfache von dem, was einst erhofft wurde. Ganze 13’845 Einzahler beteiligten sich an der Finanzierung statt der nötigen 3’000. Damit hat «Republik», das Anfang 2018 online gehen soll, den Weltrekord im Medien-Crowdfunding geschafft. Klassisches Crowdfunding bezeichnet die Finanzierung von Projekten, Produkten oder Geschäftsideen durch eine Vielzahl von Menschen. Der Aufruf dazu erfolgt im Internet. Eine Mindestsumme wird definiert, die innert eines Zeitrahmens zusammenkommen muss, um das Projekt zu realisieren.

Crowdfunding geht durch die Decke

Und es herrscht geradezu Pioniergeist auf dem Markt der Schwarmfinanzierung. Der Erfolg spricht für sich: Im Mai veröffentlichte die Hochschule Luzern ihr Crowdfunding-Monitoring 2017 mit frappierenden Ergebnissen. Demnach wurden in der Schweiz im Jahr 2016 über 3’000 Projekte mit insgesamt 128 Millionen Franken per Crowdfunding finanziert. Im Vorjahr waren es gerade mal 28 Millionen Franken. Diese rasante Entwicklung gründet sich auf dem Erfolg von Crowdlending, also der Vermittlung von Online-Krediten. Laut der Luzerner Studie hat sich das Kreditvolumen dieses Segments gegenüber 2016 versechsfacht. Das Crowdlending etabliert sich zusehends nicht nur bei Start-ups, sondern auch bei KMU als valide Alternative zum herkömmlichen Bankkredit.
Ein weiterer Boom ist das Crowdinvesting, bei dem Geldgeber Eigentum erwerben. Dies können Aktien sein oder auch Immobilien. Auch hier gab es innert einem Jahr ein Wachstum um ein Sechsfaches. Laut der Hochschule Luzern ist im Crowdfunding-Bereich 2017 mit einem Marktvolumen von 300 bis 400 Millionen Franken zu rechnen – es geht also weiter aufwärts.