Sponsored Post

Unternehmensbeitrag / Interview

«Die Internationalisierung des Renminbi»

2015

Renminbi (RMB)

Herr Steinkat, was bedeutet die Etablierung eines Schweizer Renminbi-Clearing-Hubs für den Handel mit China?

Die wachsenden Handelsbeziehungen mit China sind eine wesentliche Stütze der Schweizer Konjunktur. Neben den USA und der EU hat sich China mittlerweile zum drittwichtigsten Partnerland im Schweizer Aussenhandel entwickelt. Dabei wird der überwiegende Teil der Handelsströme bisher in US-Dollar oder Euro abgewickelt. Nicht nur dem chinesischen Handelspartner, sondern auch dem Schweizer Unternehmen wird so ein Währungsrisiko aufgebürdet. Während Grosskonzerne ihre Handelsgeschäfte bereits seit einigen Jahren in Renminbi (RMB) darstellen können, war vielen KMU dieser Vorteil aus verschiedenen Gründen bisher nicht vergönnt. Mit der geplanten Etablierung einer Clearingbank können künftig Geschäfte mit China verstärkt direkt in RMB abgewickelt werden. Die Vorteile für heimische Firmen liegen unter anderem in der Möglichkeit in RMB zu fakturieren und in der Überlegung, bei entsprechendem Volumen, den RMB in das zentrale Währungsmanagement aufzunehmen. Denn interessant in diesem Zusammenhang ist auch das Potenzial von zusätzlichen Optionen in Anlage und Finanzierung - bei höherer Liquidität und damit auch attraktiveren Preisen.

Welche weiteren neuen Chancen ergeben sich hieraus speziell für KMU?

Vor allem die Fakturierung von Im- und Exportgeschäften in Renminbi und der damit einhergehende Wegfall des bis dato mit viel Aufwand und Kosten verbundenen Währungstausches mindern den Aufwand beim chinesischen Partner merklich. Nur mögliche Festpreisvereinbarungen reduzieren Vertragsnachverhandlungen. Diese neuen Umstände dürften für die Schweizer Seite zu besseren Verhandlungsbedingungen führen. Weiter vervielfacht sich die Zahl der potenziellen Geschäftspartner in China durch die Firmen, welche keinen oder nur beschränkten Zugang zu Fremdwährungen haben. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass diverse ostasiatische Länder ihre eigene Währung eng an den Renminbi koppeln. Eine steigende Akzeptanz der chinesischen Währung dürfte den Handel mit diesen Ländern somit ebenfalls vereinfachen.

Welche zusätzlichen Anforderungen kommen auf die Banken zu?

Um die neuen Chancen der Internationalisierung des Renminbi für KMU-Kunden nutzbar zu machen, haben auch die Banken umfangreiche Vorbereitungen zu treffen. Angebote für das Geschäft in China müssen in den entsprechenden Losgrössen auf KMU-Bedürfnisse zugeschnitten und zur Verfügung gestellt werden. Eine weitere Herausforderung besteht darin, KMU über die aktuellen Entwicklungen in der Renminbi-Internationalisierung und das sich stetig ändernde regulatorische Umfeld auf dem Laufenden zu halten. Abhängig von der jeweiligen Produktpalette wird es für einzelne Banken von Vorteil sein, selbst eine starke Onshore-Präsenz in China zu haben.
Die geplante Clearingbank in Zürich wird den Zugang zum Renminbi in der Breite vereinfachen und vergünstigen. Im Idealfall können KMU ihre Aktivitäten aktiv aus der Schweiz heraus mit ihren etablierten Trade Finance Tools und bestehender Zahlungsverkehrsinfrastruktur steuern. Wichtig ist auch der psychologische Effekt. Die schweizerischen Unternehmen sehen, dass die Clearingbank in Zürich ihnen näher ist. Damit wird es vielen Firmenkunden leichter fallen, sich mit diesem wichtigen Währungsthema zu befassen.

Wird die Erfolgsgeschichte des Renminbi sich weiter fortsetzen?

China geht mit dem zunehmenden Ausbau der weltweit mittlerweile 14 RMB-Clearing-Hubs den Weg einer schrittweisen Öffnung seiner Währung konsequent weiter. Es ist absehbar, dass der Renminbi zur Weltwährung aufsteigen wird. Spätestens dann wird kein Treasurer mehr darauf verzichten können, diese Währung auch vor Ort zu managen. Internationale Grosskonzerne nutzen bereits die Vorteile des internationalisierten Renminbi, immer mehr KMU werden folgen. In Deutschland, wo seit Herbst letzten Jahres ein Renminbi-Clearing-Hub in Frankfurt besteht, ist diese Entwicklung bereits deutlich abzulesen.

Im Interview

Marc Steinkat,
Country Manager Schweiz,
Commerzbank AG