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Gastbeitrag

Chancen für Schweizer Wirtschaft im transatlantischen Freihandel

Von Mario Ramò und Sandra Ruckstuhl · 2016

Das Abkommen zwischen den USA und der EU weckt Befürchtungen, birgt aber auch Chancen.

Mit TTIP wollen die EU und die USA die grösste Freihandelszone der Welt schaffen. Für die international vernetzte Schweizer Wirtschaft sind die beiden Wirtschaftsräume die mit Abstand wichtigsten Exportmärkte. Von einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen wären auch Schweizer Firmen unmittelbar betroffen.

Seit Juli 2013 verhandeln die USA und die EU über eine umfassende transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP). Mit TTIP sollen tarifäre und nicht-tarifäre Handelsschranken abgebaut und der Handel von Gütern und Dienstleistungen zwischen der EU und den Vereinigten Staaten erleichtert werden. Brüssel und Washington treiben das Projekt energisch voran. Im Februar fand die zwölfte Verhandlungsrunde statt. Beide Parteien sind bestrebt, die Verhandlungen noch in diesem Jahr abzuschliessen.
Schon heute ist klar, dass ein erfolgreicher Abschluss von TTIP spürbare Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Schweiz haben wird. Gemeinsam steuern die EU und die USA knapp die Hälfte zum globalen Bruttoinlandprodukt (BIP) bei. Schweizer Firmen exportierten 2014 mehr als zwei Drittel ihrer Produkte in diese beiden Wirtschaftsräume.
Eine Umfrage von economiesuisse bei den grossen Branchenverbänden zeigt: Die Mehrheit der Schweizer Unternehmen befürchtet gravierende Nachteile, sollte TTIP zum Abschluss kommen und die Schweiz von entsprechenden Handelserleichterungen ausgeschlossen bleiben (zum Beispiel Zollpräferenzen, vereinfachte Zollverfahren, Anerkennung von Produktstandards oder Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen). Gegenüber der Konkurrenz aus den USA und der EU hätten nicht nur globale Konzerne in der Schweiz das Nachsehen, sondern auch viele KMU, die ihren Umsatz nicht selten als Zulieferer für Kunden in den beiden Märkten erzielen.
TTIP ist jedoch auch eine grosse Chance für den Schweizer Wirtschaftsstandort - nämlich dann, wenn es gelingt, befürchtete Diskriminierungen zu vermeiden und die nötigen innenpolitischen Reformen rechtzeitig anzugehen. Wirtschaftsdiplomatie und Innenpolitik sind dabei gleichermassen gefordert. economiesuisse setzt sich dafür ein, dass Schweizer Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich am transatlantischen Handel partizipieren können.