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Unternehmensbeitrag / Interview

«Bei Unternehmern schlagen immer zwei Herzen in der Brust»

Von UBS · 2017

Die Regelung der eigenen Nachfolge ist für Unternehmer ein grosser Schritt. Ein erfahrener und kompetenter Partner an der Seite hilft dabei, Interessen und Möglichkeiten durchzudenken und abzuwägen.

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Als schweizweit führende Bank für Unternehmer ist UBS die erste Adresse für alle finanziellen und strategischen Themen, die Unternehmer beschäftigen – auf der privaten wie der unternehmerischen Seite. Unsere Kundenberater und Experten sind auf die ganzheitliche Beratung von Unternehmern spezialisiert – von der Vorsorge, über die Steuerplanung und Vermögensstrukturierung bis hin zur Unternehmensnachfolge und Vermögensverwaltung. Dank ihrer langjährigen Erfahrung können sie individuell auf die jeweilige spezifische Situation des Unternehmers und seine Bedürfnisse eingehen.

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Was muss ich als Unternehmer bei der Nachfolge meiner Firma bedenken?

Forte: Es ist wichtig, sich möglichst früh mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ein Unternehmer muss vor allem sein Ziel kennen. Möchte ich, dass meine Firma, die ich über die Jahre aufgebaut habe, in der Familie bleibt? Gibt es ein Management, das bereit wäre, die Firma an meiner Stelle zu leiten? Oder ist es mein Wunsch, möglichst viel Geld durch einen Verkauf des Unternehmens zu erzielen? All dies sind Entscheidungsprozesse, die sich über mehrere Jahre hinziehen können. Sie sind auch deshalb schwierig, weil ein Unternehmer seine Firma selten so rational betrachtet wie jemand, der nicht selbst betroffen ist.

Um die Nachfolge des Unternehmens planen zu können, muss ich auch dessen Wert kennen. Wie finde ich diesen heraus?

Bourloud: Es gibt einen Unterschied zwischen dem tatsächlichen, realen Wert eines Unternehmens und seinem emotionalen Wert. Dieser liegt häufig etwa 30 Prozent über dem rationalen Wert, schliesslich hat der Unternehmer die meiste Zeit seines Lebens und einen Grossteil seines Vermögens in den Aufbau seiner Firma investiert. Ein guter Berater muss auch den emotionalen Wert kennen, um den passenden Verkaufspreis ermitteln zu können. Die wenigsten Unternehmer sind am schnellen Geld interessiert. Stattdessen möchten sie in der Regel den Fortbestand des Unternehmens und den Erhalt der Arbeitsplätze sicherstellen. Mit dieser Einsicht kann es gelingen, den emotionalen und den realen Verkaufswert in Einklang zu bringen. Eine ergänzende Möglichkeit, die Preisvorstellungen von Käufer und Verkäufer anzunähern, besteht in einer gezielten Vermögensstrukturierung. Ein Käufer ist primär an der künftigen Gewinnentwicklung des Unternehmens interessiert. Er will keine nicht betriebsnotwendigen Mittel finanzieren. Deswegen macht es Sinn, rechtzeitig mit der Überführung nicht betriebsnotwendiger Mittel – wie beispielsweise überschüssige Liquidität – ins Privatvermögen zu beginnen. Dies senkt den Kaufpreis und vereinfacht die Finanzierbarkeit durch den Käufer.

Wie genau geht eine solche Vermögensstrukturierung von statten? Was gilt es zu beachten?

Bourloud: Grundsätzlich bieten sich für den Transfer nicht betriebsnotwendiger Mittel ins Privatvermögen zwei Möglichkeiten an: Lohnbezüge und Dividendenausschüttungen. Um die resultierenden Steuerfolgen abzufedern, bedarf es allerdings entsprechender Gegenmassnahmen – zum Beispiel einer Überprüfung der bestehenden Pensionskassenlösung. Neben einer einfacheren Übertragbarkeit der Firma profitiert der Unternehmer bei einer Vermögensstrukturierung auch von steuerfreien Kapitalgewinnen im Bereich der privaten Vermögensverwaltung.

Es kann sein, dass sich die Unternehmensnachfolge also anders entwickelt, als gewünscht.

Forte: Ja, das kommt häufig vor, weil sich die finale Lösung für eine Unternehmensweitergabe langsam entwickeln muss, damit die Ziele und Wertvorstellungen des Unternehmers erfüllt werden können. Für einen Unternehmer ist die Nachfolgeregelung ein sehr emotionales Thema. In dieser ersten Phase sind vertrauensvolle Gespräche mit Beratern wichtig, die einfühlsam und herausfordernd zugleich sind. Wichtig ist auch, den Blick für alle Möglichkeiten zu öffnen und die Familieninteressen gründlich zu bedenken. Angesichts der Komplexität können Planänderungen schon mal vorkommen. Meist gibt es viele Verflechtungen, sowohl operativ als auch strukturell. Die Vorbereitungen, um eine Firma transferierbar zu machen, dauern länger als der Prozess selbst. Dieser braucht letztlich im Durchschnitt zwischen sechs und 18 Monaten.

Wie häufig kommt es denn vor, dass der Sohn oder die Tochter den Betrieb fortführt?

Forte: Die familieninterne Nachfolgelösung ist Wunschtraum vieler Unternehmer. Heute bleiben jedoch nur 40 Prozent der Unternehmen in der Familie. Dies hat hauptsächlich damit zu tun, dass jungen Menschen heute viel mehr berufliche Möglichkeiten offen stehen und sie selten Lust haben, morgens um sieben Uhr in der Fabrik zu stehen. Es ist eine schwierige Situation für alle Beteiligten, wenn ein Sohn oder eine Tochter dem Vater Nein sagen muss. Dies wird häufig sehr lange herausgeschoben. Die Hoffnung stirbt zuletzt, wie es so schön heisst, und wenn es soweit ist, bricht erst einmal eine Welt zusammen.

Welche Alternativen gibt es denn zur familieninternen Übergabe?

Forte: Wenn kein Familienmitglied das Unternehmen übernehmen möchte, ist die Weitergabe an das bestehende Management eine naheliegende Lösung. Ein sogenanntes Management-Buy-Out ist für Unternehmer häufig eine äusserst zufriedenstellende Lösung, da der Käufer das Unternehmen gut kennt und es voraussichtlich erfolgreich weiterführen wird. Sollte auf Seiten des Geschäftsführers aber wenig Bereitschaft da sein oder das erforderliche Kapital nicht zur Verfügung stehen, kann der Verkauf der Firma an einen externen Käufer die Lösung sein. Kleinere Firmen werden oft an Privatpersonen verkauft, grössere Unternehmen werden häufig von anderen Unternehmen aus strategischen Gründen gekauft. Dies können Lieferanten, bekannte Kunden oder Konkurrenten sein, die ihre Markt- oder Ertragsposition stärken wollen. Zu diesen vier Möglichkeiten kommen Spezialfälle hinzu, etwa wenn ein Private-Equity-Haus oder ein Finanz­investor die Firma erwerben. Sie versuchen, das Unternehmen für eine gewisse Zeit weiter zu entwickeln, um über die Jahre einen grösseren Ertrag zu erzielen.

Eine grosse Rolle spielen die Bedürfnisse des Unternehmers nach einem angenehmen Leben im Ruhestand. Wie geht man vor, um die Summe zu ermitteln, die er dafür braucht?

Bourloud: Es empfiehlt sich, einen detaillierten Einkommens- und Vermögensplan zu erarbeiten. Dabei untersucht man gemeinsam mit dem Unternehmer seine Bedürfnisse Schritt für Schritt: Was möchte er nach der Unternehmensübergabe mit seinem Geld machen? Wieviel braucht er für das tägliche Leben? Was möchte er seinen Kindern vermachen? All dies muss klar definiert werden, denn häufig sind einmal getroffene Entscheide nicht revidierbar. Auch die zuvor angesprochene frühzeitige Vermögensstrukturierung hilft dabei, nach der Übergabe einen sorglosen Ruhestand geniessen zu können.

Wer sein Unternehmen an andere weitergibt, muss oftmals hohe Steuern zahlen. Gibt es Möglichkeiten, die Steuerlast zu minimieren?

Bourloud: Bei einer Unternehmensnachfolge unterscheiden sich die anfallenden Steuern stark. Bei der Familiennachfolge können etwa Schenkungen oder der Verkauf von Aktien die Steuern reduzieren. Ganz andere Steuergesetze greifen bei einem Management-Buy-Out, bei einem Verkauf an Dritte, bei einer Geschäftsaufgabe oder einer kontrollierten Abwicklung. Die Ermittlung der anfallenden Steuern ist eine komplexe Aufgabe, bei der Fragen des Erbrechts, Firmenrechts und Güterrechts ineinander greifen. Um eine optimale Lösung zu finden, sind ein breites Wissen und langjährige praktische Erfahrung bei der Überführung von Familienunternehmen unerlässlich. Ein Unternehmer kann viel Geld sparen, wenn er diese Fragen Experten überlässt, die fundierte Kenntnisse des Steuerrechts und der aktuellen Rechtslage auf Bundes- und Kantonsebene haben. Wichtig ist auch die langfristige Planung – nur wer vorausschauend handelt, kann die Möglichkeiten der Steuerersparnis voll ausschöpfen. Ein Zeitraum von fünf Jahren ist das Minimum.

Wie wichtig ist ein Berater im Prozess der Unternehmensnachfolge?

Forte: Die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Nachfolge ist am grössten, wenn man einem klaren Prozess folgen kann. Sei es eine Bank, ein Treuhänder, ein professioneller Berater oder eine Privatperson – der richtige Partner in diesem Prozess ist immer einer, der nicht nur das Thema kennt, sondern den Unternehmer auch als Menschen versteht. Der Vorteil von UBS gegenüber anderen Beratern besteht darin, dass Unternehmer entlang des gesamten Lebenszyklus eines Unternehmens auf unsere Spezialisten zurückgreifen können und so die privaten und firmenbezogenen Interessen ganzheitlich berücksichtigt werden. Wir formieren unsere Spezialistenteams je nach Kundensituation und können so individuell auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen.

Im Interview

Patrick Forte
Leiter Corporate Clients Region
Zentralschweiz und Leiter KMU Advisory 

Patrick Bourloud
Leiter Wealth Management Region Romandie und Leiter Executives & Entrepreneurs Wealth Management Schweiz